Döllnitzbahn

125 Jahre Schmalspurbahn Oschatz – Mügeln

Vom 4. bis 6. Juni feierten die Döllnitzbahn GmbH und der Förderverein „Wilder Robert“ e.V. mit einem eisenbahnbetrieblich hochinteressanten Fest das Jubiläum der Eröffnung der Schmalspurbahn zwischen Oschatz und Mügeln im Jahr 1885. Eine Festveranstaltung am Freitagabend spiegelte auch die wichtige Verbindung zwischen den beteiligten Städten und dem Zweckverband als Eigentümer der Bahn und ihr stark gestiegenes Interesse an deren erfolgreicher Vermarktung wider.

Besonderer Gast des Festivals, das nach den Worten des Oschatzer Bürgermeisters „… im Jahre 2009 erstmalig, in diesem Jahre wiederholt und ab dem kommenden Jahr als Tradition stattfinden wird …“, war die I K Nr. 54, die damit ihre erste betriebliche Bewährungsprobe außerhalb der Preßnitztalbahn zu bewältigen hatte.

Am Freitag, 4. Juni, hatten die Güterzüge Vorfahrt. Den Männern um DBG-Geschäftsführer Lutz Haschke war es gelungen, mit Wagen aus Wilsdruff sowie beschriftungsseitiger Behandlung eigener Fahrzeuge tatsächlich einen „stilreinen Zug“ bilden zu können. Die Strecke zwischen Mügeln und Oschatz vormittags sowie zwischen Mügeln und Glossen ganztägig war natürlich von unzähligen Fotografen und Videofilmern dicht umlagert. Auch die Bewegungen der Loks im Bereich des Bahnhofes Mügeln standen selbstverständlich unter permanenter Beobachtung. Als Hingucker erweist sich inzwischen auch wieder die Front des Mügelner Lokschuppens, die in den zurückliegenden Monaten komplett entfernt, durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt und mit Klinkerziegeln verkleidet worden ist. Durch Holzschwenktore wird nun wieder ein optischer Eindruck erreicht, der bis Mitte der 1980er Jahre möglich war – nur daß die Tore jetzt entsprechend den Forderungen der Berufsgenossenschaft über eine größere lichte Weite verfügen.

An den beiden Wochenendtagen 5. und 6. Juni hatte die I K Nr. 54 „Pendeldienst“ zwischen Glossen und Mügeln, während die IV K 99 1574-5 und Diesellok 199 031-6 die Gesamtstrecke nach Oschatz bedienten, was natürlich auch interessante Motive entlang der Strecke ermöglichte. Ideale Wetterbedingungen und eine gute Organisation waren die besten Voraussetzungen für eine in den Augen der Besucher absolut gelungene Veranstaltung. Was allen Besuchern sehr angenehm aufgefallen ist, sind die langsam Erfolg zeigenden Bemühungen der Döllnitzbahn, auch das Umfeld der Strecken auf Vordermann zu bringen. Im Vergleich zum Schmalspurbahn-Festival 2006 sind die Fortschritte beeindruckend, zahlreiche unansehnliche Ecken verschwunden und viele Unterwegsstationen in Verantwortung der Gemeinden verschönert.

Auf der Festveranstaltung am Freitagabend sprach DBG-Geschäftsführer Lutz Haschke natürlich auch die Bemühungen an, den seit einigen Jahren nicht befahrbaren Streckenast von Nebitzschen nach Kemmlitz wieder zu reaktivieren. Auf rund 700 Meter Länge müßten dazu aber Schwellen ausgewechselt werden, wozu der Bahngesellschaft aus eigener Kraft kurzfristig die Mittel fehlen. Aber es gibt auch bereits Ideen, wie das Kemmlitzer Gleis für Touristen attraktiver gemacht werden könnte. Das würde die Döllnitzbahn letztlich auch für Eisenbahnfreunde noch interessanter machen.
Jörg Müller


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