Preßnitztalbahn aktuellApril/Mai 2010Infrastrukturarbeiten Zwei Tage nach Ostern wurde mit der Demontage des Gleises auf der Brücke begonnen. Parallel wurde in den nächsten Tagen die Aufstellfläche für den Kran zum Wechseln des Überbaus hergestellt sowie das Widerlager auf der Jöhstädter Seite der Brücke abgebrochen. Denn der neue Überbau ist rund zwei Meter länger als die alte Konstruktion. Knapp zwei Wochen nach der Gleisunterbrechung folgte am 21. April der Ausbau des alten und der Einbau des neuen Überbaus. Nachdem in den folgenden Tagen die notwendigen Arbeiten zur Verfüllung des neu gesetzten Widerlagers ausgeführt worden waren, konnte durch einen Arbeitseinsatz mehrerer Vereinsmitglieder am Wochenende 24./25. April die Gleislücke wieder geschlossen werden. Während die Arbeiten an der Schienenbefestigung auf der Brücke noch liefen, arbeiteten weitere „Mitwirkende“ bereits an der Auswechselung mehrerer Schwellen in Höhe der Gaststätte Forellenhof. Dem Einschottern des Gleises folgte dann noch das Stopfen. Am Abend des 25. April konnte das Streckengleis wieder freigegeben werden. Entlang der Strecke fand nach den letzten winterlichen Kapriolen im April auch wieder ein umfangreicher Frühjahrsputz statt, der in diesem Jahr auch zum Einsetzen mehrerer bisher fehlender Hektometersteine genutzt wurde. Dazu wurden anderswo geborgene Steine zur Kennzeichnung der Streckenkilometrierung aufgearbeitet und teilweise auch umgezeichnet. In Vorbereitung der umfangreichen Fahrtage zu Himmelfahrt und Pfingsten wurden die Gleis- und Nebenanlagen der Stationen noch einmal gründlich gereinigt. Die im Herbst letzten Jahres neuerrichtete Anlage des Bahnsteiges am Hp. Forellenhof erhielt noch eine Oberflächenbehandlung zum Schutz des verbauten Holzes. Am Wasserhaus in Steinbach mußte die Befestigung des Wasserkranauslegers erneuert werden, nachdem sich durch Materialabzehrung an den Befestigungselementen kurzzeitig die Neigung des Fallrohres verstärkt hatte, was zu Problemen beim Wasserfassen bei den Loks geführt hatte. In diesem Zusammenhang wurde der Ausleger des Wasserkranes kurzzeitig demontiert und einige durch Korrosion verschlissene Rohrstücke wurden erneuert. Die Arbeiten am Ausbau des früheren Bahnbeamtenhauses in Steinbach zum Wohnhaus wurden bis Pfingsten mit einer Fassadenreinigung fortgesetzt, auch der Eingang zum früheren Waschhaus wurde abgerissen. Inzwischen sind die entsprechenden Vorarbeiten soweit vorangeschritten, daß noch im Juni die Beauftraguneng der Bauhauptleistungen für die Innenraumsanierung und Wärmedämmung, zur Erneuerung der Elektroinstallation sowie zur Installation der Sanitär- und Heizungsanlage ausgelöst werden können. An der Lagerhalle gegenüber der Ausstellungs- und Fahrzeughalle ist ebenfalls Baufortschritt beim Ausbau der Werkstatteinbauten festzustellen. Weitere Werkstatträumlichkeiten sowie ein Werkstattbüro sind zwischenzeitlich nutzbar. Der Schornstein für die Heizungsanlage hat eine Verkleidung mit thüringischem Schiefer erhalten. Im Projekt zur Herstellung von Besucherparkplätzen, dem Ausbau des Paschwegs sowie der Erneuerung der Straßen- und Eisenbahnbrücke im Bereich der Ausstellungs- und Fahrzeughalle mußte noch einmal eine Präzisierung der Planungsunterlagen nach Ergänzungsanforderungen verschiedener Behörden vorgenommen werden. Mitte Juni soll die neuerliche Vorlage der Unterlagen erfolgen. Aussagen zum Beginn der Arbeiten lassen sich noch nicht machen. Währenddessen begannen seitens des Vorstandes zusammen mit dem Brückenplaner erste konkrete Überlegungen für die perspektivisch erforderliche Erneuerung der Brückenüberbauten am Bahnhof Schlössel. Aufgrund des Zustandes der aus dem Jahre 1892 bzw. 1956 stammenden Konstruktion mit Pfeiler ist hier ebenfalls eine Erneuerung in absehbarer Zeit erforderlich. Die Umsetzung eines Neubaus erschwert sich allerdings durch die bestehenden Bedingungen des Oberbaus im direkten Anschluß an die Gleisanlagen des Bahnhofes mit der Einfahrweiche sowie Ausrundungsbogen, Überhöhung und Neigungswechsel auf der Brücke. Fahrzeuge Anknüpfend an „Traditionen“ aus dem ersten Jahrzehnt der Museumsbahn, wurde wieder einmal ein Wagenprojekt unter Hochdruck – mit Nacht- und Sonderschichten – erst einen Tag vor Pfingsten fertiggestellt. Der „Reko“-Wagen 970-576 war für den Pfingstzugverkehr unverzichtbar, um im Zug mit der druckluftgebremsten Gastlok 99 1735-2 aus Zittau ausreichend Bremskraft entwickeln zu können. Der Wagen erhielt Anfang Mai eine komplette Neulackierung und Beschriftung. Zahlreiche Teile an den Einstiegen sowie im Innenbereich wurden erneuert, ein Großteil der Verbundfenster war ausgetauscht worden. Zur Reaktivierung des Fahrzeuges war zudem auch eine Untersuchung des Fahrwerkes sowie eine aufwandsspezifische Instandsetzung der Drehgestelle, Brems- und Heizanlage notwendig. Für das erste Juni-Wochenende stand der erste Auswärtseinsatz der I K Nr. 54 auf dem Programm. Mit den Fahrten der Lok, mit Personal der Preßnitztalbahn, konnte ein besonderer Höhepunkt des Schmalspurfestivals auf der Döllnitzbahn und den Feierlichkeiten zu „125 Jahre Schmalspurbahn Oschatz – Mügeln“ geboten werden. Fahrbetrieb Das Bahnhofsfest avancierte ohnehin wieder zu einem der Höhepunkte des Schmalspurbahnjahres in Sachsen. Sieben im Einsatz befindliche Lokomotiven sorgten für mehr Dampf als auf den schmalspurigen Regelbetriebsstrecken zusammengenommen. Ganz erheblich zum Erfolg des Festes, das wiederum durch weit über 70 Vereinsmitglieder und Freunde abgesichert wurde, trug vermutlich neben den ersten wirklich frühlingshaften Wetterangeboten und dem attraktiven Programm auch die umfangreiche Berichterstattung im Nachmittagsprogramm des MDR-Fernsehens bei. Dank der Ausstrahlung von fünf jeweils etwa fünfminütigen Kurzberichten in der Woche vor Pfingsten während der Sendung „Hier ab Vier“ ist bei zahlreichen Fernsehzuschauern sicherlich ein Besuch bei der Preßnitztalbahn als Empfehlung hängen geblieben. Vor den drei Zügen standen mit sieben Loks erstmals alle vier noch existenten Baureihen der sächsischen Schmalspurbahngeschichte gemeinsam im Einsatz: I K, IV K, VI K und „VII K“. Damit und durch einen Betrieb bis in die frühen Morgenstunden war für reichlich Abwechslung gesorgt. I K Nr. 54 und 99 4511-4 pendelten mit einem „Verstärkerzug“ zwischen Jöhstadt und Schmalzgrube und banden mit einem Halt an der Fahrzeughalle auch die dortige Modelleisenbahnausstellung in das Fahrtprogramm ein. Auch die Nutzung des „historischen Schienenersatzverkehrs“ zwischen Wolkenstein und Steinbach, besonders ein
interessantes Angebot für Gäste der Museumsbahn, welche mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, erreichte einen
neuen Rekord. Insgesamt 413 Fahrgäste zählte die Bus-Crew an dem Wochenende, wobei auch die Erlebnisreisenden von
Steinbach nach Wolkenstein und zurück weiter zugenommen hatten. Alle Busse haben dabei in Wolkenstein Anschluß zu
und von den Zügen der DB Erzgebirgsbahn. Bereits zum Oldtimerfest und in diesem Jahr noch einmal zum Herbstfest
Anfang Oktober steht dieses Angebot den Besuchern für die An- und Abreise wieder zur Verfügung. Zivildienststellen bei der PreßnitztalbahnDie IG Preßnitztalbahn e.V. bietet noch kurzfristig besetzbare Zivildienststellen an. Nach vorliegen einer Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer könnte die Einberufung nach Zustimmung durch das Bundesamt für den Zivildienst bereits nach vier bis sechs Wochen erfolgen. Der Verein bietet neben den Aufgaben als anerkannte Zivildienststelle natürlich besonders eisenbahninteressierten jungen Menschen interessante Möglichkeiten, sich intensiver mit Eisenbahntechnik und -betrieb zu beschäftigen. Interessenten melden sich bitte in der Geschäftsstelle der IG Preßnitztalbahn e.V. bei Herrn Gerald Seifert (037343 80 80 0). Voten für die PreßnitztalbahnNoch bis Ende Juni läuft die Aktion „Sternquell-Vereinsmeier 2010“, an der sich auch die IG Preßnitztalbahn e.V. beteiligt. Der Verein hat bereits einen hervorragenden Platz in der Voting-Liste, braucht aber unbedingt jede Stimme, diesen Platz zu halten. Stimmen Sie bitte je verfügbaren Computer einmal täglich für den Verein. Den Direktlink zur „Vereinsmeier-Seite“ erreichen Sie über www.pressnitztalbahn.de oder über www.sternquell-vereinsmeier.de, dort finden Sie die IGP unter der Rubrik „Umwelt/Natur/Brauchtum“. Kalenderblatt-Spendenaktion „Wir zählen die Tage“Weiterer regelmäßiger Zuwachs ist dank zahlreicher Spender bei der Spendenaktion „Wir zählen die Tage“ zu
verzeichnen. Zum Redaktionsschluß dieser Ausgabe ist der Ausgang von 439 Kalenderblättern für die Jahre 2009 und
2010 zu vermelden. Für das laufende Jahr sind 174 Spenden mit einem Betrag von 7.675,26 Euro gezeichnet. Das ergibt
einen Gesamtspendenaktionsstand von 20.563,39 Euro. Spenden für diese Aktion können am einfachsten direkt über die Internetseite www.pressnitztalbahn.de avisiert werden, da online auch der gewünschte Kalendertag reserviert wird. Für jeden Kalendertag des Jahres kann bei dieser Spendenaktion nur ein Spendenblatt ausgegeben werden. Auch für das Jahr 2009 gibt es noch ein paar „freie Tage“, unterschiedliche Blätter für jedes Jahr bieten noch einen zusätzlichen Anreiz zum Sammeln. Im Jahr 2009 hatte der Vorstand ein Ingenieurbüro beauftragt, die baustatischen Verhältnisse des im Bahnhofsgelände im Jahr 1997 eingebauten Regenwasserrückhaltebeckens zu überprüfen. Inzwischen liegt das Ergebnis der Überprüfung vor und zeigt zusätzliche Aufwendungen vor einer Wiederinbetriebnahme des Gleises vor dem Bahnhofsgebäude auf. Zwar wurde der Regenwassersammler so dimensioniert, daß Straßenfahrzeuge jeglicher Art das Bauwerk überfahren können. Durch den geringen Abstand der Zisterne unter der künftigen Schienenoberkante, die ja durch die vorhandene Ladestraße eindeutig festgelegt ist, reicht die Betondeckendimensionierung bei einer Befahrung mit Schienenfahrzeugen wahrscheinlich aber nicht aus. Jetzt müssen zunächst weitere Klärungen vorgenommen werden, wie und wo genau durch die vorgesehene Gleislage Belastungsspitzen für die eingegrabene Betonkonstruktion auftreten. Danach werden technische Lösungen erarbeitet, deren Umsetzung als Vorbereitung für eine künftige Nutzung der Gleisanlage vor dem Bahnhofsgebäude rechtzeitig angegangen werden muß. Spendenaktion Modernisierung SchwellenwechslerZum Bahnhofsfest zu Pfingsten fand wieder traditionell eine Tombola mit zahlreichen interessanten Preisen für Eisenbahnfreunde im Festzelt statt. Auch in diesem Jahr waren die Lose wieder sehr begehrt, selbst viele aktiv im Einsatz tätige Vereinsmitglieder waren regelmäßig am Tombolastand zu erleben. Der Erlös der Tombola wird dabei immer zugunsten einer der laufenden Spendenaktionen „zugebucht“. Bereits seit dem vergangenen Jahr profitiert die Aktion für die Modernisierung des Schwellenwechslers SVP-74 von den Losverkäufen. Rund dreitausend Euro brachten die drei Pfingstfesttage für das Multifunktionsfahrzeug zusammen. Bedingt durch verschiedene „technische Gebrechen“ kann das Fahrzeug nur noch gelegentlich für besondere Aufgaben
eingesetzt werden. Einsätze ziehen zumeist auch immer intensivere Werkstattaktivitäten nach sich, so daß
mittelfristig keine Alternative zur geplanten Komplettmodernisierung des Schwellenwechslers besteht.
Der Verein freut sich auch bei dieser Aktion über weitere Unterstützung und dankt den bisherigen Spendern für die
zugegangenen Beträge. |