Museumsbahn SchönheideDer Neubau einer Produktionshalle der Bürstenmann GmbH am Bahnhof Stützengrün machte den Neubau einer alten Stützmauer notwendig. Die bisherige Ziegelmauer verlief im Bereich der Grundstücksgrenze von Museumsbahn und Bürstenmann GmbH. Sie wurde auf einer Länge von etwa 50 Metern durch Beton-Winkelstützen ersetzt. Der Kasten des Einheitspersonenwagens 970-432 steht dadurch nun um einen halben Meter versetzt. Bei den Erdarbeiten grub die ausführende Baufirma eine stark verrostete Kuppelstange aus der Zeit des Rollwagenverkehrs aus. Obwohl der Zahn der Zeit bereits kräftig an ihr genagt hat, ist sie noch vollständig mit allen Kleinteilen erhalten. Sogar ein alter Dichtungsgummi in der Saugluftkupplung war noch vorhanden. Die Arbeiten am Streckengleis zum Wechseln von unbrauchbar gewordenen Schwellen sind auf der kompletten Strecke abgeschlossen. Damit wurde die Museumsbahn zum zweiten Mal seit 1994 vollständig durchgearbeitet. Auch eine Unkrautbekämpfung fand statt. Im Oktober wurde die Weiche 2 des Bahnhofs Schönheide mit einem zweiten Weichenschloß versehen. Somit sind nun auch Einfahrten in das Gleis 2 gesichert, was vor allem beim Mehrzugbetrieb vorteilhaft ist. Die Aufarbeitung des Sitzwagens 970-415 schreitet voran. Seit dem 15. Oktober steht der vierachsige Wagen zu weiteren Arbeiten vor dem Schönheider Lokschuppen. Nachdem die Außenverkleidung wieder komplett geschlossen ist, wurden die Arbeiten am Fußboden fortgesetzt. Im kleinen Abteil muß der Boden erneuert werden. Das zweite (Tausch-) Drehgestell hat seine Achsen zurück, als nächstes erfolgt der Einbau der dazugehörigen Bremsteile. Mit der neu ins Leben gerufenen Spendenaktion „NEUNundNEUNzig FÜNFhundertSECHZEHN“ soll die weitere Betriebsfähigkeit der Dampflok 99 516 sichergestellt werden. Im Jahr 2012 wird die laut Betriebsbuch älteste erhaltene sächsische IV K 120 Jahre alt. Seit 2003 steht die 1963 fast komplett erneuerte Lok auf der Museumsbahn Schönheide unter Dampf. Damit man diese Lok weiterhin in Betrieb erleben kann, sind im März 2012 die fristgemäße Kesseluntersuchung sowie ein Jahr später eine Fahrwerksuntersuchung vorgesehen. Viele Arbeiten zum Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Lok werden dabei durch die Vereinsmitglieder ehrenamtlich ausgeführt. Die anstehende große turnusmäßige Untersuchung erfordert allerdings mehr als das „Normale“. Einige Arbeiten sollen und müssen deshalb Fachbetriebe übernehmen. Auf den Gleisen des FHWE führte das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Museumsbahn Schönheide am 12. November wieder Ausbildungen von Betriebseisenbahnern durch. Kernpunkt war die Prüfung des FHWE-Zugleiters. Dazu fand ein Zweizugbetrieb zwischen Schönheide Süd und Hammerbrücke mit der Motordraisine des WEX und einer V10B statt. Gleichzeitig erfolgten Ausbildungsfahrten auf der V10B für vier Betriebseisenbahner des FHWE und der Museumsbahn Schönheide. Die Schönheider Bahn’l-Saison 2012 beginnt am Sonntag, dem 19. Februar. Der nächste Fahrtag danach findet am 26. Februar statt.
WeißeritztalbahnAm ersten Adventswochenende (26./27. November) verkehrten zwischen Obercarsdorf und Schmiedeberg wieder öffentliche Sonderzüge. Dabei pendelte die Dampflok 99 1734-5 mit drei modernisierte Sitzwagen (970-255, 970-401 und 970-414) auf dem beim Hochwasser 2002 nicht zerstörten Streckenabschnitt. Veranstaltet wurden die Fahrten von der IG Weißeritztalbahn e.V.; die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) und der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) unterstützten den Verein dabei. In Vorbereitung dieser Sonderfahrten kam am 23. November die Streckendiesellok L45H-084 nach Obercarsdorf und absolvierte eine Kontrollfahrt. Danach diente sie zur Entladung der Fahrzeuge vom Tieflader der PRESS. Das waren die ersten Einsätze der L45H auf dem oberen Streckenabschnitt, den sie am 24. November wieder verließ. Bei in diesem Jahr eher herbstlichem Wetter nutzten am ersten Adventswochenende 2100 Fahrgäste den Sonderzugverkehr nach Schmiedeberg. Im Anschluß kehrten alle Fahrzeuge per Tieflader bis zum 29. November nach Hainsberg zurück. Anfang Dezember kam 99 1608-1 von der Fichtelbergbahn nach Freital-Hainsberg zurück. In der Lokomotivwerkstatt Oberwiesenthal (LWO) hatte die IV K eine Hauptuntersuchung einschließlich Umbau auf Druckluftbremse der Bauart Westinghouse erhalten. Die neuen Luftbehälter befinden sich auf der Heizerseite unter dem Wasserkasten sowie unter dem Führerhaus. Es ist vorgesehen, die IV K bei Bedarf auch in Radebeul einzusetzen, wohin sie Mitte Dezember gebracht werden sollte. Zuvor bespannte sie am 4. Dezember den Nikolaussonderzug der IG Weißeritztalbahn e. V. sowie am 5. Dezember einen Sonderzug der IGW für britische Eisenbahnfreunde jeweils nach Dippoldiswalde. Die SDG nutzte die IV K am 5. Dezember für eine Probefahrt mit dem Neubau-Schneepflug 97-09-41 nach Rabenau. Der Verein ist übrigens seit kurzem im Internet auch auf Facebook präsent – siehe www.facebook.com/IGWeisseritztalbahn. Mitglieder des Vereins haben den Auftritt Ende August erstellt. Nun findet man auch dort Aktuelles aus dem Vereinsleben sowie Bild- und Filmberichte zu Terminen rund um die Strecke Freital-Hainsberg – Kurort Kipsdorf.
In der Geschäftsstelle des Vereins im Hainsberger Empfangsgebäude sind weiterhin Kalender mit Motiven der Weißeritztalbahn im Angebot. Interessenverband der Zittauer Schmalspurbahnen e. V.Das milde Novemberwetter gab dem Verein im Bahnhof Bertsdorf die Möglichkeit, die wetterseitige Giebelwand des Kohlenschuppens mit neuer Lasur zu versehen sowie die Lagerfläche am ehemaligen Gleis 8 von alten Wagenkastenresten und anderen nicht mehr benötigten Teilen zu beräumen. Desweiteren haben die Mitglieder des Interessenverbandes im Lokschuppen die neue Elektrik fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Drehgestelle des Einheitspersonenwagens 970-454 wurden im November in der Zittauer Wagenwerkstatt der SOEG fertiggestellt. Für die aufwendige Hauptuntersuchung des Wagens sammelt der Verein nach wie vor Spenden, um mögliche Eigenanteile bei Fördermittelbescheiden finanziell abdecken zu können. Auch in diesem Jahr wird es am 24. Dezember einen „Weihnachtsmannzug“ des Vereins nach Jonsdorf geben. Abfahrt ist dabei 9.30 Uhr in Zittau. Im Zug sorgt der Weihnachtsmann für Überraschungen, und seine Helfer bieten Glühwein an. Während des halbstündigen Aufenthaltes des Zuges in Bertsdorf findet im Empfangsgebäude ein kleiner Imbißverkauf statt. Waldeisenbahn Muskau (WEM)Zum Saisonabschluß bei der Waldeisenbahn Muskau (WEM) kam vom 30. September bis zum 3. Oktober die am 27. September als Gastfahrzeug nach Sachsen geholte 99 3313 (Borsig 1914/8836) vorerst zum letzten Mal in ihrer alten Heimat zum Einsatz. Am 30. September war die Lok vor einem Heeresfeldbahnzug nach Mühlrose unterwegs und an den restlichen Tagen standen die Personenzüge von Weißwasser nach Kromlau bzw. nach Bad Muskau im Wechsel mit den WEM-Loks 99 3317 und 99 3312 auf dem Programm. Die Deutsche Reichsbahn hatte 99 3313 bis zum 1. März 1976 von Krauschwitz aus eingesetzt. Im April 1984 verkaufte die DR die Brigadelok gegen Devisen an die Dampfbahn Rhein-Main (DRM), aus der das Frankfurter Feldbahnmuseum (FFM) hervorgegangen ist, welches sich im Rebstockpark befindet. Am 5. Oktober 2011 kehrte sie dorthin zurück. Historische Feldbahn Dresden e.V.Mit dem Schlittenhunderennen anläßlich des 8. Vielseitigkeitslaufs des Schlittenhunde-Sportvereins Sachsen e. V. sowie mit Feldbahnfahrten hat der Verein „Historische Feldbahn Dresden e. V.“ (HFD) am ersten Adventswochenende bei eher frühlingshaften Temperaturen das Ausstellungsjahr 2011 im Feldbahnmuseum Herrenleite abgeschlossen. Diese gemeinsame Aktivität der beiden Vereine ist mittlerweile zu einer Tradition geworden. An den großen Veranstaltungen – zu Pfingsten, am Sommerfahrwochenende und zur Herbstausstellung – besuchten das HFD-Museum in diesem Jahr insgesamt etwa 5000 Gäste. Besonders gefragt waren die nachmittäglichen moderierten Fahrzeugparaden, die Draisinenfahrten auf der Regelspurstrecke durch das Tal der Herrenleite, Führungen und Vorträge und natürlich die Feldbahnmitfahrten. Der zum Sommerfahrwochenende erstmalig angebotene Feldbahnfototag mit dem Schwerpunkt auf originalen Feldbahnbetrieb mit mehreren Feldbahnzügen und verschiedenen Lokbespannungen fand bei den Feldbahn-, Film- und Fotofreunden sowie bei allen anderen Besuchern große Resonanz. Im Rahmen der traditionellen Herbstausstellung gab es deshalb am ersten Oktoberwochenende erneut Fotogüterzüge. Am Sonnabend verkehrten dabei vor allem einst von den Granitwerken Demitz-Thumitz genutzte Loks und Wagen. Der Schwerpunkt der Arbeitseinsätze lag im Jahr 2011 an der Beseitigung der 2010 aufgetretenen Hochwasserschäden am Vereinsgebäude. Um zukünftigen Problemen vorzubeugen, wurde am Hang des alten Steinbruches eine Regenwasserrinne gemauert und die alte, in den vergangenen Jahrzehnten zum Teil verschüttete unterirdische Regenwasserführung freigelegt und reaktiviert. Weiterhin erfolgten der Ausbau von Abstellgleisen im oberen Steinbruch und die Montage des historischen Kompressors und Elektromotors der zukünftigen Lorenschmiede. In der Werkstatt befinden sich derzeit drei Diesel- und eine AEG-Elektrolok zur umfangreichen Restaurierung. Die Arbeiten an zwei dieser Loks waren schon vor dem Umzug in die Herrenleite begonnen worden. Aufgrund zahlreicher dringenderer Projekte ruhten sie danach viele Jahre. Beide Maschinen haben mittlerweile erfolgreich Probefahrten absolviert, derzeit laufen Karosserie- und Lackierungsarbeiten. Die erste Veranstaltung des Jahres 2012 im Feldbahnmuseum Herrenleite wird anläßlich der „Bahnerlebnistage Sächsische Schweiz“ am 21./22. April stattfinden, gefolgt von der traditionellen großen Pfingstausstellung vom 26. bis zum 28. Mai 2012. Weitere Informationen gibt es unter www.feldbahnmuseum-herrenleite.de. Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e.V. (Pollo-Verein)Der nach seinem Sommereinsatz auf der Insel Rügen am 8. November in die Prignitz zurückgekehrte vierachsige Aussichtswagen 970-604 erhält über den Winter eine optische Auffrischung. Dazu werden u. a. die Tische und Bänke ausgebaut und im Lokschuppen Pritzwalk aufgearbeitet. Nachdem der Wagen noch in Putbus eine technische Untersuchung bekommen hatte, steht er dem Pollo für die Saison 2012 wieder zur Verfügung. Der Kasten des vierachsigen sächsischen Oberlichtwagens befindet sich seit Oktober im Erzgebirge. Die Tischlerei Hübner, die Erfahrungen mit dem Aufbau von Schmalspurwagen hat, setzt in Zwönitz die in Blankenburg (Harz) beim Brücke e.V. begonnenen Arbeiten am zukünftigen 970-855’’ (ex 970-775) fort. Beim Brücke e.V. war aufgrund der Arbeitsmarktsituation keine weitere Fördermaßnahme genehmigt worden. Die Aufarbeitung des Fahrgestells übernimmt die Werkstatt in Jöhstadt. Der Pollo-Verein leistet im Rahmen von Arbeitseinsätzen vor Ort seinen Teil zur betriebsfähigen Aufarbeitung des Wagens. Die Eisenbahnfreunde hoffen, das Fahrzeug zum 20. Vereinsjubiläum im Jahr 2013 präsentieren zu können. Im Sommer erhielt der Verein zwei 1,75-m³-Kipploren mit 750-mm-Spurweite als Dauerleihgabe. In den vergangenen Wochen haben Mitglieder des Vereins die Loren, von denen eine mit Handbremse ausgerüstet ist, gerichtet, alle Achslager untersucht sowie eine Bremserbühne und eine passende Kuppelstange neu gefertigt. Damit stehen für die Streckeninstandhaltung zwei robuste Fahrzeuge zur Verfügung, wodurch die Museumsgüterwagen geschont werden können. Eine weitere Neuheit ist ein 1975 im damaligen Gerätewerk Suhl gebauter 5-t-Bockkran. Er wurde von Vereinsmitgliedern auf einem Firmengelände in der Prignitz demontiert, funktionstüchtig aufgearbeitet und bis Ende September in Mesendorf hinter dem Lokschuppen aufgestellt. Bis zur endgültigen Inbetriebnahme sind noch Restarbeiten auszuführen. Im November konnten durch eine MAE-Maßnahme wichtige Arbeiten am Oberbau ausgeführt werden. In Zusammenarbeit mit der Firma SERSA-SIT Deutschland wurden zahlreiche Schienenverbindungen in den Bögen, wo es immer wieder zu Verschiebungen der Gleislage kam, verschweißt. Eine finanzielle Zuwendung erhielt der Pollo-Verein im November von einer Bank, die im Internet einen Wettstreit unter Vereinen ausgelobt hatte. Die 1000 Euro sollen u. a. dazu genutzt werden, für die Dampffahrtage vom 12. bis zum 20. Mai 2012 eine Gastlok in die Prignitz zu holen. Die letzten öffentlichen Fahrten zwischen Mesendorf und Lindenberg fanden in diesem Jahr am 3./4. Dezember statt. Die neue Saison 2012 startet am 8./9. April mit den Osterfahrten. IG Spreewaldbahn e.V.Die IG Spreewaldbahn e.V. hat in einem Internet-Auktionshaus im Oktober einen kompletten gedeckten Güterwagen aus dem Harz ersteigert. Es handelt sich dabei um den 1947 gebauten GGm 99-71-22, der von den HSB zuletzt als 904-159 geführt worden war. Der in seinem Inneren als Imbiß eingerichtete Vierachser wurde am 9./10. Dezember von Hasserode nach Straupitz überführt – mehr dazu im nächsten PK. Ende Oktober und Anfang November führten die Vereinsmitglieder indes Freischnittarbeiten auf dem Gelände des Bw Straupitz durch. Dabei wurden auf dem gesamten Grundstück die Haupt- und Nebengebäude vom Bewuchs befreit und Bäume ausgelichtet. Inzwischen befindet sich auch schon ein größeres Lager an Normalspurschwellen auf dem hinteren Bw-Gelände. Parkeisenbahn WuhlheideAnfang November kehrten die Brigadelok 1138 und die Diesellokomotive 199 103-3 vom Typ Ns4 aus der MaLoWa-Bahnwerkstatt in Benndorf in die Berliner Wuhlheide zurück. Bei der Dampflokomotive waren erhebliche Korrekturen und Reparaturen auszuführen. So wurde das gesamte Fahrwerk einschließlich aller Stangen überarbeitet. Verschiedene Teile wurden dabei gleich komplett erneuert. Die Freunde des Frankfurter Feldbahn-Museums (FFM) stellten hierfür die notwendigen Zeichnungen zur Verfügung. Für den sicheren Fahrbetrieb in der Wuhlheide erhielt die ehemalige HF 1138 eine Dampfbremse und neue Radreifen mit BOP-gerechtem Profil sowie Adapter zur Kupplungsanpassung. Die äußerlich auffälligste Veränderung bringt der neue Schornstein, dessen Esse aus Stahl gedreht wurde und den restaurierten Kobel der „Polska Loket“ (MBA 1944/13584, ex PKP Ty-3 195) aus Ohs (Schweden) trägt. Da es in Benndorf kein 600-mm-Gleis gibt, fanden die ersten Fahrversuche in Berlin statt. Das Ergebnis der Arbeiten ließ nach einigen Einstellarbeiten schon erste Runden durch die Wuhlheide zu. Nach den notwendigen Restarbeiten wird die Lokomotive demnächst bahnamtlich abgenommen. Von diesem Zeitpunkt an kann sie – bei Ausführung aller Zwischenuntersuchungen und Erhalt der zulässigen Verlängerungen – maximal acht Jahre in Betrieb bleiben. Im Rahmen der Neubefristung von Diesellok 199 103-3 wurden in Benndorf umfangreiche „Nebenarbeiten“ ausgeführt. So erhielt die Ns4 z. B. einen Tauschmotor, neue Radreifen und eine neue elektrische Anlage. Abschließend bekam sie eine neue Lackierung. In den nächsten Jahren wird die Diesellokomotive nun mit grauem Fahrwerk, altroten Aufbauten sowie schwarz lackierten Pufferträgern und Rahmengurt eingesetzt. In der Wuhlheide finden seit Saisonende im Oktober umfangreiche Gleisbauarbeiten statt. Dabei werden ca. 1,3 km Streckengleis komplett saniert und mit Betonschwellen versehen. Im gleichen Atemzug entstehen sechs Bahnübergänge neu. Zu den Nikolausfahrten Anfang Dezember rollten die Züge bereits über die ersten neuen Schienen. Mansfelder BergwerksbahnNachdem der MBB e.V. seit 1999 Mieter und seit 1. Januar 2003 Eigentümer des Empfangsgebäudes des Bahnhofs Klostermansfeld ist, schloß der Verein am 30. November 2011 eine umfassende Renovierung und teilweise Rekonstruktion des 1. Obergeschosses ab. Den Eisenbahnfreunden stehen somit zwei weitere Räume mit jeweils separatem und modernem Bad/WC sowie eine große Ferienwohnung zur Verfügung. Somit kann den teilweise weit gereisten Mitstreitern im Verein eine angenehme Unterkunft geboten werden. Nach der Sanierung der Fassade und des historischen Wartesaals in den Jahren 2006/07 ist damit nun auch die des Gebäudes abgeschlossen. Diese Sanierung wurde unterstützt und gefördert durch Mittel des Programms „Leader+“ der Europäischen Union. Am 5. Dezember 2011 beginnen, soweit das Wetter es zuläßt, die Gleisbauarbeiten zur Anbindung der Stände 1 und 2 des Lokschuppens auf Deutschlands ältestem erhaltenen Schmalspurbahnhof Hettstedt Kupferkammerhütte. Im Rahmen dieser Bauarbeiten müssen zwei Weichen und etwa 122 Meter Gleis mit Schienen der Bauform S 33 und S 49 verlegt werden. Mit Abschluß dieser Arbeiten gewinnt der Bahnhof einen weiteren Teil seiner alten Authentizität als Endpunkt der Mansfelder Bergwerksbahn zurück. Zwischen den beiden Lokschuppenständen sollen bei dieser Baumaßnahme auch die Grundlagen für die Errichtung eines funktionstüchtigen Wasserkranes geschaffen werden. Die Strecke zwischen Klostermansfeld und Hettstedt wurde in den letzten Wochen bei mehreren Arbeitseinsätzen intensiv und großzügig frei geschnitten, so daß nicht nur der Winter, sondern sogar schon der nächste Frühling erwartet werden kann. Viele neue lukrative Fotostandorte ergeben sich somit für Fotografen und Filmer entlang der Strecke. Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V.Im Verlauf des Jahres erhielt der Museumsbahnhof Markersdorf-Taura ein markantes technisches Detail zurück: seine originale Gleiswaage mit Häuschen. Vereinsmitglieder haben sie am Gleis 5 wiederaufgestellt. Die Waage war nach der Betriebseinstellung der Chemnitztalbahn von Eisenbahnfreunden aus dem Zellwald demontiert worden und gelangte ins frühere Bw Nossen. Die Rückgabe erfolgte im Frühjahr 2005. Nachdem ein neues Fundament gegossen worden war, verankerten die Mitglieder der Eisenbahnfreunde Chemnitztal e.V. zunächst den Waagenkörper, dann setzten sie die aufgearbeitete Wellblechhütte auf. Nachdem es zur Reichsbahnzeit lichtgrau lackiert war, erhielt das Häuschen nun einen dunkelgrünen Anstrich. Mittelfristig soll auch die Wiegeeinrichtung instandgesetzt werden. Im August begann die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes am Hausbahnsteig. Zunächst erhielt es einen neuen Schornstein. Äußerlich wird die ursprüngliche Fenster- und Türanordnung von 1902 wieder hergestellt. Einen Höhepunkt kurz vor Jahresabschluß bildete am letzten Oktoberwochenende die schon traditionelle Halloween-Veranstaltung auf der Chemnitztalbahn. Der mit SKL-Beiwagen ab Einbruch der Dämmerung verkehrende Schienentraktor „Paul“ absolvierte im Halbstundentakt an den beiden Tagen zusammen knapp 30 Umläufe zwischen Markersdorf-Taura und Neuschweizerthal. Dabei ließen sich mehr als 600 Fahrgäste von den gruseligen Gestalten begeistern, welche durch die Eisenbahnfreunde zum Leben erweckt worden waren.
Insgesamt waren im Jahre 2011 über 3000 Fahrgäste im Chemnitztal unterwegs. Damit fuhr die Chemnitztalbahn ihre bisher erfolgreichste Saison seit Aufnahme des planmäßigen Museumsbahnbetriebs 2007 ein. Maßgeblich trugen dazu vor allem die sehr gut besuchten Osterfahrten, das 2. Chemnitztaler Draisinen- und Zweiwegtreffen im Juni, die Schulanfangsfahrten im August und wie bereits genannt das traditionelle Halloween bei. Eisenbahnfreunde Wismar e.V.Seit dem 18. Oktober befindet sich ein weiteres Fahrzeug in der Sammlung der Eisenbahnfreunde Wismar e.V. Es handelt sich dabei um einen Beiwagen, der 1939 unter der Fabriknummer 21212 von der Waggonfabrik Wismar für die Bleckeder Kleinbahn gebaut wurde. Dort lief er unter der Bezeichnung „TA 1“. Als die Bleckeder Kleinbahn 1944 in den Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) aufging, bekam der Wagen dort die Betriebsnummer 0081 und später TA 0326. Über den Fahrzeughändler Kaminski in Hameln übernahm 1977 die Werne-Bockum-Höveler Eisenbahn den Beiwagen und überließ diesen im Jahre 1986 dem Westfälischen Industriemuseum am Standort „Zeche Zollern 2/4“ in Dortmund-Bövinghausen. Von dort wurde er in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober per Straßentransport nach Wismar zurückgeholt. Neben den bereits beim Verein vorhandenen Wismarer Schienenbus VT133 010, einem Reisezugwagen der Bauart Ci-30, dem meterspurigen gedeckten Güterwagen 152 der ehemaligen Franzburger Kreisbahnen (ex 99-30-52) und dem zweiachsigen Lastanhänger befindet sich damit ein weiterer Zeitzeuge aus der Produktion der Waggonfabrik Wismar in der Sammlung. Bereits am 8. September hatte die PRESS mehrere andere Fahrzeuge des Vereins in das Bw Wismar überführt. Die Kleinloks und Wagen standen zuvor an verschiedenen Standorten in Wismar verteilt und waren dort zunehmend Vandalismus ausgesetzt.
Weitere Informationen zum Verein gibt es unter www.lokschuppen-wismar.de. EFK WestsachsenAm 9. Oktober fand die diesjährige Herbstausfahrt des Eisenbahnfreundeskreises Westsachsen Böhlen/Großsteinberg (EFKW) statt. Sie führte diesmal nach Sachsen-Anhalt zur Mansfelder Bergwerksbahn. Zur Anreise charterten die Eisenbahnfreunde gleich drei historische Omnibusse: einen Ikarus 55 (Baujahr 1969), einen Ikarus 250 (Baujahr 1987) sowie einen Ikarus 311 (Baujahr 1968). Bereits ab 5.40 Uhr standen die Busse am Bahnhof Großsteinberg sowie an der Omnibuszentralhaltestelle in Rötha zum Einstieg bereit. 6 Uhr startete die Reise, deren Leitung Reinfried Polter, Harald Döge und Holm Bischoff übernommen hatten. Damit die Ausfahrt optimal dokumentiert werden konnte, begleitete der akkreditierte Fotograf Steffen Tautz aus Jena den EFKW mit seinem Pkw. Sein erster „Presse-Einsatz“ des Tages erfolgte von einer Brücke der A38. Er hielt die „im Blockabstand“ fahrenden Reisebusse in der warmen Morgensonne im Bild fest. Zum Frühstück steuerte die Flotte – auf den letzten Metern vom Blaulicht der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr begleitet – das Dorf Kuckenburg an. Im dortigen „Künstlergut Arnaud!“ hieß es „Herzlich Willkommen“. Durch die 116 Fahrgäste und fünf Busfahrer hatte sich während des Aufenthaltes der Reisegruppe die Personenzahl des Dorfes mehr als verdoppelt. Während des Aufenthaltes in Kuckenburg untersuchten die hartgesottenen Eisenbahnfreunde den nahe gelegenen Haltepunkt Esperstedt Süd (ex Kuckenburg) der Regelspurstrecke Röblingen – Querfurt – Vitzenburg. Auf der Weiterfahrt gab es bei der Ortsdurchfahrt Grillenberg sowie vor dem Bahnhof Wippra neue Fotomotive für Steffen Tautz. Vor letztem stiegen die Fahrgäste aus den Bussen in den Zug um. Die knapp 20 km lange eingleisige Nebenbahn Klostermansfeld – Wippra ist allein von der Verkehrsleistung her heute eine Besonderheit. Zum Einsatz kommen ausschließlich vierachsige „Esslinger Triebwagen“. Davon waren in den fünfziger Jahren 50 Exemplare gebaut worden. Vier davon gehören heute zum Bestand der Kreisbahn Mansfelder Land (KML), die im Auftrag der „Burgenlandbahn“, einem Tochterunternehmen der DB AG, die gesamte Verkehrsleistung auf der Strecke Klostermansfeld – Wippra erbringt. So erklären sich letztendlich die Anschriften „Wipperliese“, „KML“, „Burgenlandbahn“ und „DB“ an den Fahrzeugen. Zwar paßte der „Esslinger“ verkehrsgeschichtlich nicht zu den Ikarus-Bussen, da die Triebwagen bis Ende 1989 ausschließlich in den westlichen Teilen Deutschlands zum Einsatz kamen, doch vom „Charme“, den der „Esslinger“ ausstrahlten, standen sie den Ikarus-Bussen in nichts nach. Während die Fahrgäste der Herbstausfahrt von den Triebwagen der „Wipperliese“ Besitz ergriffen, war das vier Kilometer entfernte Friesdorf bereits im „Ausnahmezustand“. Alle drei Kraftomnibusse rangierten am Bahnübergang für ein gemeinsames Fotomotiv mit den „Esslingern“, die sich als vierte Fahrzeugeinheit als letztes dazu gesellten. Die Rangiermanöver blieben in dem kleinen Dorf nicht unbemerkt, und so lief nach und nach fast die gesamte Einwohnerschaft am Bahnhof zusammen. Die „Wipperliese“ verkehrt planmäßig mit einem Triebwagen, doch für die Herbstausfahrt wäre das Angebot mit 70 Sitzplätzen nicht ausreichend gewesen. So kam ein zweiter „Esslinger“ zum Einsatz, der jedoch ebenfalls mit einem Triebfahrzeugführer besetzt werden mußte, da die „Esslinger“ nicht in Mehrfachtraktion steuerbar sind. Pünktlich 10.29 Uhr erreichte der Zug den Bahnhof Klostermansfeld. Hier teilten sich die 116 Fahrgäste in zwei Gruppen. Während Rolf Reich mit der einen sofort zur Besichtigung der MaLoWa-Bahnwerkstatt ins benachbarte Benndorf aufbrach, aßen die anderen Teilnehmer im historischen Wartesaal des Bahnhofs Klostermansfeld zunächst Mittag. Anschließend starteten sie gemeinsam mit Holm Bischoff zum Eisenbahnprogramm. In den Werkstatthallen besichtigten sie u. a. die in Aufarbeitung befindlichen Dampfloks HF 1138 aus Berlin und 52 1360-8 aus Vienenburg. Außerdem sahen die Teilnehmer den Arbeitsstand an der württembergischen T3 Nr. 930 (89 363) sowie an der Diesellok vom Typ Ns4 199 103-3 aus Berlin. Danach standen die drei Reisebusse im Mittelpunkt, war die Wolf & Helke GbR doch an diesem Tag erstmals offiziell mit drei betriebsfähigen Fahrzeugen aus den ungarischen Ikarus-Werken in Budapest und Szekesfehervar unterwegs. Neben dem 55 und 250 war der 1968 gebaute Ikarus 311.51 zum ersten Mal für das Unternehmen im Einsatz. Frank Helke hatte noch bis in die Nacht vor der Herbstausfahrt an dem Gefährt gewerkelt – er verschlief die Zeremonie auf der Rücksitzbank des Busses ... Nahtlos folgte der nächste Programmpunkt: Eine Fahrt mit der Bergwerksbahn. Pünktlich 13 Uhr gab der als Zugführer eingesetzte Horst Kohn in Benndorf das Abfahrtssignal. Zunächst setzte sich Lok 9 mit dem Sonderzug in Bewegung. Parallel waren jedoch im Rahmen einer Fotoveranstaltung auch noch Lok 11, 99 773 der SDG als Lok 13’’ sowie Lok 20’’ unterwegs – für den EFKW ein perfekter Fahrtag. So gab es während der Fahrt nämlich nicht nur mehrere Fotomotive mit den drei historischen Bussen, sondern auch die Fotozüge konnten von den Westsachsen aufgenommen werden. Neben den Dampfzügen war übrigens auch noch Lok 35, eine V10C, mit einem Personenwagen im Einsatz, um die Teilnehmer der Fotoveranstaltung vor dem jeweiligen Dampfzug zu den Motiven zu bringen. Nach einer Zugkreuzung setzten die EFKW-Reiseteilnehmer die Fahrt im Zug hinter Lok 20’’ fort. Sie brachte die Gruppe bis zum Endpunkt der knapp elf Kilometer langen Museumsbahn, dem Bahnhof Hettstedt Kupferkammerhütte. Auch hier boten sich zahlreiche Motive. Auf der Rückfahrt kreuzte der Sonderzug erneut mit dem Fotogüterzug, so daß die Kameras nicht zur Ruhe kamen. Am Nachmittag gegen 16.45 Uhr setzte sich die Omnibusflotte vor dem Empfangsgebäude des Bahnhofs Klostermansfeld schließlich wieder in Richtung Sachsen in Bewegung. Den Abendimbiß genossen die Teilnehmer dabei am Süßen See in Seeburg, wo der von der Elbe stammende Personenschaufelraddampfer „Königstein“ als Gasstätte „Seeperle“ genutzt wird.
Epilog: Gut 20 Jahre liegen zwischen einer ersten Sonderzugfahrt des EFK WESTSACHSEN, damals noch als AG 6/49, Freunde der Eisenbahn Böhlen/Großsteinberg im Deutschen Modelleisenbahn-Verband der DDR, am 25. Mai 1991 und der Herbstausfahrt am 9. Oktober 2011. 20 Jahre, in denen die Teilnehmer viel gesehen haben – die diesjährige Herbstausfahrt wird den Westsachsen jedoch wohl besonders gut in Erinnerung bleiben. Dank dafür auch noch einmal an Thomas Fischer und Horst Kohn vom Mansfelder Bergwerksbahn e.V. sowie ihre Vereinskameraden. Wagenecke
AM/PH/Martin Kilb „Gepäckwagen-Nachrichten“ 1. Im Herbst 2011 änderte sich auch der „Status“ von drei vierachsigen sächsischen Altbau-Gepäckwagen. So hat der seit den achtziger Jahren in Cranzahl abgestellte 974-348 einen neuen Eigentümer: Die IG Schmalspurbahn „Thumer Netz“ hat ihn per 1. September von der Fichtelbergbahn erworben. Im Oktober und November führten die Vereinsmitglieder erste Sicherungsarbeiten an dem Fahrzeug aus. Abschließend überzogen sie den KD4 mit einer Plane. Im nächsten Jahr soll der Vierachser nach Herold überführt und auf ein Gleisstück gestellt werden. Dort wollen die Eisenbahnfreunde den Wagen als Denkmal restaurieren. Der Gepäckwagen war bis Mitte der siebziger Jahre in Thum stationiert, dabei diente er z. B. im Juni 1974 als Kulisse für den Opernfilm „Fra Diavolo“. 2. Der im Frühjahr 2011 durch die SDG von der Öchsle-Schmalspurbahn in Baden-Württemberg erworbene und nach Sachsen zurückgeholte Gepäckwagen 974-324 hat in den vergangenen Monaten in der RVE-Werkstatt Marienberg eine betriebsfähige Aufarbeitung erhalten. Dabei wurde der beim Öchsle mit einer Druckluftbremse ausgerüstete KD4 äußerlich wieder als Reichsbahn-Fahrzeug lackiert und beschriftet. Anfang Dezember fanden auf der Fichtelbergbahn Probefahrten statt, bei der keine Mängel auftraten. Seit seiner Abnahme am 8. Dezember steht er für den regulären Zugbetrieb zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal zur Verfügung. 3. Den saugluftgebremsten 974-333 hat die Fichtelbergbahn in diesem Jahr indes an den Schwarzbachbahnverein verkauft. Am 18. November 2011 traf der KD4 auf einem Tieflader in Lohsdorf ein. Hier soll er mit Teilen des bereits vorhandenen 974-335 in den nächsten Jahren aufgearbeitet werden. Seitenanfang |